Abschnitt Jauntal

Die Elite der Feuerwehr, Interview mit Rahman Ikanovic

17. März 2010 geschrieben von admin

Feuerwehrleute dürfen sich keine körperlichen Schwächen erlauben, denn die hätten beim Spiel mit dem Feuer fatale Folgen. Daher wird der Atemschutz im Feuerwehrwesen hochangesehen.  Die Ausbildung, die einen hohen Stellwert in der Feuerwehr hat, wurde am Landesfeuerwehrverband Kärnten in den letzten Monaten komplett überarbeitet. Durch das neu errichtete  gasbeflammte Brandhaus  beim Landesfeuerwehrverband sind realitätsnahe Brandsituationen  mit einer Umgebungstemperatur von bis zu 850 Grad möglich. Das Brandhaus und der komplette Atemschutzkurs stellen  hohe körperliche Ansprüche an den Atemschutzträger, die auch im Ernstfall nochmals um ein Vieles höher sind.

Damit bei Ausbildungen, Übungen und im Ernstfall kein Atemschutzträger durch Leistungsschwächen  in eine Gefahrensituation kommt, muss sich der Feuerwehrmann alle 3 Jahre (ab einen Alter von 50 Jahren jedes Jahr) einer Atemschutzuntersuchung unterziehen. Was einem  bei dieser Untersuchung erwartet und was gefordert wird, erzählt uns der neue Bezirksbeauftragter für Atemschutz und Vorsitzender des Atemschutzausschusses Rahman Ikanovic von der Feuerwehr Völkermarkt.

Bezirksbeauftragter BI Rahman Ikanovic im Gespräch mit OLM Erich Varh

Rahman Ikanovic: Welche Untersuchungen werden vorgenommen bzw. was wird vom Feuerwehrmann bei der Atemschutzuntersuchung verlangt? Eigentlich wird nichts  Unerreichbares verlangt. Lediglich eine TOP-Fitness, was soviel heißt, 100%, die ein Körper leisten muss. Durch Größe,  Gewicht und Alter wird der Bodymaßindex errechnet und anhand  dieses Bodymaxindexes ermittelt das Programm die geforderten Watt,  die ein Atemschutzträger auf den Ergometer leisten muß.

Wie gesagt, dabei handelt es sich um  eine 100% ige  Einsatzbereitschaft des Körpers bei Optimalbedingungen. Wenn man bedenkt,  was der Feuerwehrmann leisten muss, wenn er mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen und zu einem Einsatz unter extrem Bedingungen gerufen wird, ist die Untersuchung nicht mal annähernd so kräfteraubend wie der Ernstfall mit Stressituationen.

Was sollte ein Feuerwehrmann machen, wenn er sich körperlich für die Untersuchung nicht  fit  fühlt? Ich denke,  es sollte bei jedem Menschen ein positives Denken bezüglich Sport und Bewegung geben. Alkohol und Zigaretten mindern jedoch die Leitungsfähigkeit eines Einzelnen erheblich. Um  fit  für die Untersuchung zu sein, reicht es nicht,  eine Woche vor dieser  Untersuchung  mal  schnell auf den Hometrainer zu steigen  -  nein es sollte ein kontinuierlicher Prozess sein, den man das ganze Jahr  hindurch betreibt.  Die Feuerwehrgemeinschaften sind gerade beim Erstellen eines Fitness-  und Gesundheitsplanes  unter dem Motto “FIT für die FEUERWEHR” .  Dieser Fitness- und Gesundheitsplan soll bewirken, dass sich die Feuerwehrkameraden wöchentlich zu einem geselligen Training treffen, um sich dadurch fit  zu  halten und das Wichtigeste  dabei ist natürlich, miteinander dabei Spaß zu haben.  Dann ist auch die Untersuchung ein Klax, denn wenn jemand nur etwas Sport treibt, und auf seine Ernährung Acht gibt, kein Nikotin zu sich nimmt und nicht übermäßig Alkohol trinkt, ist er ohne Probleme in der Lage 120-130% seiner körperlichen Leistung zu erbringen.

Ein Feuerwehrmann bei der Atemschutzuntersuchung am Ergometer

Wie wichtig ist der Atemschutz in der Feuerwehr? Der Atemschutz spielt in der Feuerwehr eine sehr sehr wichtige Rolle, die man nicht unterschätzen sollte. Ich nenne die Atemschutzträger gerne auch die Elite der Feuerwehr, da sie in Extremsituationen einen kühlen Kopf bewahren müssen und auch dementsprechend entscheiden und handeln müssen.   Dazu gehört eben eine sehr gute Ausbildung,  Top-Fitness und sehr sehr viel Erfahrung gekoppelt mit gutem Training. Hierfür ist es eben zwingend erforderlich, den Atemschutz in der eigenen Feuerwehr zu fördern und zu pflegen, denn nicht nur die Geräte müssen immer und jederzeit funktionieren, sondern auch der Mensch,  der sie trägt.

Was willst Du als neuer Landes- und Bezirksbeauftragter ändern? Ich denke, es gibt in diesem Bereich nicht sehr viel zu ändern, sondern ist eher die Arbeit meiner Vorgänger, die es geschafft haben, eine perfekte Struktur über das gesamte Land aufzubauen und im Sinne  dessen  miteinander sehr weitgesteckte Ziele erreicht haben, zu pflegen und zu erhalten.  Natürlich gibt es Neuerungen, wie die  z.B. die Anschaffung der Überdruckgeräte etc. Man muß immer nach vorne schauen und am neuesten  Stand der Technik bleiben, um die Sicherheit unserer Feuerwehrleute , die bereit sind, zu jeder Tages- und Nachtzeit, ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen, um Anderen zu helfen, zu gewährleisten.

Wir danken für das Gespräch!

Interview und Foto: OLM Erich Varh

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